Chronik
Schachklub Bad Hersfeld /
Schachabteilung der SG Hessen Hersfeld /
SK Turm Bad Hersfeld
Gründung des Schachklubs Bad Hersfeld
Nachdem 1877 der Deutsche Schachbund in Leipzig
gegründet wurde, dauerte es immerhin noch 60 Jahre, bevor sich
in Bad Hersfeld die Schachspieler organisieren und sich einem
Schachverband anschließen konnten. Dazu bedurfte es schon
einer guten Portion Optimismus und Idealismus der beteiligten Personen.
Initiatoren der Vereinsgründung waren die Herren Heidsiek,
Knittel und Sauer, die im Cafe Bolender privat spielte, und die auf
einem ihrer Treffen beschlossen, am 10. Februar 1937 eine Anzeige in
der Hersfelder Zeitung aufzugeben.
Am 25.2.1937 trafen sich dann im Cafe Bolender am Kurpark, auf Grund
dieser Anzeige und der Initiative von Günther Sauer, 11
Schachfreunde, um einen Schachklub in Bad Hersfeld zu gründen.
Bad Hersfeld zählte zu dieser Zeit 15.000 Einwohner.
Als Gründungsmitglieder sind überliefert:
| Name |
Adresse |
| Dr. Wilhelm Auel |
Bad Hersfeld, Marktplatz 28 |
| Robert Fischer |
Bad Hersfeld, Untere Frauenstr. 18 |
| Ernst Grimm |
Bad Hersfeld, Wehneberger Str. 23 |
| Albert Hehlgans |
Bad Hersfeld, Benno-Schilde-Str. 16 |
| Adolf Heidsiek |
Bad Hersfeld,
Brückenmüllerstr. 11 |
| Alfred Helberg |
Bad Hersfeld, Wehneberger Str. |
| Erich Knittel |
Bad Hersfeld, Am Lingplatz |
| Karl König jun. |
Bad Hersfeld, Landecker Str. |
| Günther Sauer |
Bad Hersfeld, Simon-Haune-Str. 3 |
| Käthe Spangenberg |
Bad Hersfeld, Wigbertstr. 1 |
| Max Wenzel |
Bad Hersfeld, Güldene Kammer 7 |
Die beiden Mitglieder Günther Sauer und
Albert Hehlgans sind heute Ehrenmitglieder und nehmen mit ihren 90
Jahren noch passiv am Vereinsleben teil.
Die erste Schachanzeige erschien am 10. Februar 1937 in der Hersfelder
Zeitung und die Satzung für den neu gegründeten
Verein wurde am 29. April 1937 beschlossen.
Der erste Vorstand bestand aus:
| Amt |
Name |
| 1. Vorsitzender: |
Günther Sauer |
| Schriftführer: |
Erich Knittel |
| Kassenwart: |
Adolf Heidsiek |
| Spielführer: |
Ernst Grimm |
Das erste Vereinsturnier wurde im August 1937
beendet. Es nahmen 13 Schachfreunde teil. Erster Vereinsmeister wurde
nach Stichkampf Ernst Grimm vor Rockensüß.
Der erste Mannschaftskampf fand am 11.7.1937 gegen Alsfeld statt und
wurde mit 5:8 verloren.
Am 26. Mai 1938 erfolgt die Anmeldung des Vereins mit 13 Mitgliedern
beim Landesverband Mittelrhein im Großdeutschen Schachbund.
Pro Jahr und Mitglied waren 1,20 RM an den Landesverband
abzuführen (0,50 RM an den Großdeutschen Schachbund,
0,40 RM an den Landesverband Mittelrhein, 0,10 RM an den Unterverband
Nord-Ost und 0,20 RM an den Bezirk). Der Vereinsbeitrag betrug damals
0,50 RM pro Monat.
Erstmals wurde beim Bad Salzschlirfer Pokalwettkampf teilgenommen und
man erreichte auf anhieb einen beachtlichen zweiten Platz.
Zurück zur
Übersicht
Das Schachleben während des Zweiten
Weltkrieges
Das Cafe Bolender war seit
Vereinsgründung das Spiellokal. Durch den hereinbrechenden
Zweiten Weltkrieg wurde das Schachleben erheblich
beeinträchtigt. Durch den Einsatz der Schachfreunde Dr.
Wilhelm Auel und Günther Sauer kam das Schachleben nicht
gänzlich zum Erliegen.
Zur Belebung des Schachspiels während der Kriegsjahre wurde ab
1939 in der Hersfelder Zeitung eine Schachecke ins Leben gerufen, die
von Günther Sauer betreut wurde. Man veröffentlichte
aktuelle Schachergebnisse, interessante Partien und stellte
Schachaufgaben.
In den Jahren 1939 bis 1943 wurde in den Privatwohnungen von Dr. Auel
und Rechtsanwalt Gössel gespielt. 1943 und 1944 wurde die
Hessenschänke neues Vereinslokal. Alle Fahrten zu den
Mannschaftswettkämpfen, soweit noch welche stattfanden,
erfolgten per Bahn und die Fahrtkosten mußten die Mitglieder
selber tragen.
Im Jahre 1939 wurde zum dritten Mal der Bad Salzschlirfer Pokal
gespielt, welcher 1936 von der Kur- und Badeverwaltung Bad Salzschlirf
gestiftet wurde. Am Wettkampf am 25 Juni 1939 beteiligten sich Alsfeld,
Fulda und Bad Hersfeld. Fulda konnte sich den Pokal sichern. Der Bad
Salzschlirfer Wanderpokal ist inzwischen in den endgültigen
Besitz des Schachklubs Bad Hersfeld übergegangen, da dieser in
den Jahren 1961, 1962 und 1963 dreimal hintereinander gewonnen werden
konnte. Auch heute wird der Nachfolgepokal noch als Achterpokal des
Bezirks Osthessen ausgespielt.
In den letzten Kriegsjahren kam das Schachspiel ganz zum erliegen.
Vereinbarte Wettkämpfe z.B. gegen die KdF-Spielvereinigung
Kassel mußten wegen des unregelmäßigen
Bahnverkehrs und wegen der akuten Luftgefahr abgesagt werden. Von den
12 Mitgliedern wurden in den 40er Jahren 8 Schachfreunde eingezogen. Im
Sommer 1944 wurden auch die restlichen 4 Schachfreunde
kriegsdienstverpflichtet, so daß das Schachleben in Bad
Hersfeld im Herbst 1944 gänzlich zum erliegen kam.
Auch in der Verwundetenbetreuung engagierte sich der Schachklub. In den
Jahren 1943 und 1944 fanden Veranstaltungen mit den Deutschen
Schachmeistern Alfred Brinkmann und Friedrich Sämisch statt.
Die beiden Schachmeister hielten Vorträge und spielten
simultan. Auch der Schachklub selbst organisierte Veranstaltungen und
Wettkämpfe mit den Verwundeten.
Am 14. Juli 1944 berichtete die Hersfelder Zeitung über die
Simultanveranstaltung mit A. Brinkmann wie folgt:
"Zweimal gastierte der Deutsche
Schachmeister Alfred Brinkmann vor Verwundeten im Kurhotel und ein
weiteres Mal im Spiellokal des Schachklub Bad Hersfeld. Insgesamt
spielte er dabei 50 Partien, von denen er 39 gewann, 7 verlor und 4
unentschieden beendete. Siegreich blieben gegen den Meister nach hartem
Kampf: die Herren Remdt und Gunther (Kasseler Schachklub), Herr
Tönnies (Schachvereinigung Essen), die Herren Wegener, Becker
und Sauer (Schachklub Bad Hersfeld) und Gefreiter Stuhlmann.
Unentschieden spielten die Herren Brückner
(KdF-Spielvereinigung Kassel), Friese (Marburger Schachklub), Hehlgans
(Schachklub Bad Hersfeld) und Gefreiter von Neuendorf."
Dies war die letzte schachliche Aktivität
vor der Beendigung des Zweiten Weltkrieges.
Zurück zur
Übersicht
Nach dem Krieg
1945 erlaubten die amerikanischen Offiziere den
Hersfelder Schachfreunden, in der von den Amerikanern besetzten "Villa
Rechberg" vorübergehend Schach zu spielen. Voraussetzung war,
daß die Spieler entnazifiziert waren. Auf Grund des
Beschlusses des Alliierten Kontrollrates wurden 1945 alle Vereine
aufgelöst. Für den Neubeginn mußte eine
Lizenz beantragt werden, die erst nach einer Gesinnungsprüfung
des Vereins und seiner Ziele von den Militärbehörden
neu erteilt wurde.
Der Verein reorganisierte sich rascher als erwartet, dank der
Initiative der Herren Günther Sauer, Willi Most und Albert
Hehlgans. Anfangs wurde sich im Garten des Schachfreundes Dr. Wilhelm
Auel jeden Samstag Nachmittag getroffen. Im Oktober 1946 erhielt der
Schachklub wieder eine Lizenz zur Vereinsführung. Auf Anhieb
fanden sich 34 Schachfreunde, die dem Verein beitraten, und die die
einmalige Eintrittsgebühr von RM 1,- und einen monatlichen
Beitrag von RM 1,- bezahlten.
Um das Interesse am Schach weiter zu erhöhen, konnte der
internationale Schachmeister und Schachpublizist Alfred Brinkmann
gewonnen werden, der an 25 bzw. 30 Brettern im August und November 1946
in Bad Hersfeld simultan spielte.
Schachwettkämpfe gegen Kassel/Bettenhausen, Fulda und Alsfeld
zeugten von dem wiedererwachten regen Schachbetrieb.
Zurück zur
Übersicht
Beitritt zum Hessischen Schachverband
Unter der Regie des früheren Vorsitzenden
des Schachverbandes Mittelrhein, Karl Linnmann, Wiesbaden,
gründeten 8 Vereine im Juni 1946 den Hessischen Schachverband,
dem der Schachklub Bad Hersfeld schließlich als elfter Verein
beitrat. Auf der Generalversammlung des Hessischen Schachverbandes am
25.1.1947 in Frankfurt/M. wurde unser Verein von den Aktiven Sauer,
Hehlgans und Most vertreten. Dem dort gewählten Vorstand
gehörte auch ein Hersfelder an: 1. Vorsitzender: Linnmann,
Wiesbaden; 2. Vorsitzender: Werner, Offenbach; Schriftführer:
Vogler, Hochheim; Turnierleiter: Hummel, Frankfurt und Kassierer Most,
Bad Hersfeld.
Auch die Schachecke wurde ab Januar 1947 wieder in der Hersfelder
Zeitung eingerichtet. Sie wurde zunächst von Willi Most
betreut. Sie erschien einmal wöchentlich und hatte in ihrer
Form bis 1965 bestand. Dann wurde die Schachberichterstattung im
Lokalteil fortgeführt, bis sie schließlich ihren
endgültigen Platz im Sportteil fand.
Zurück zur
Übersicht
Erste überregionale Erfolge
Das erste Großereignis nach dem
Kriegsende waren die Hessischen Fernschachmeisterschaften 1947/48.
Unser Vertreter Hehlgans belegte mit 7,5 Punkten hinter den
punktgleichen Siegern, die 8,5 Punkte erreichten, einen vielbeachteten
2. Platz.
In einem der 4 Wertungsturniere um die Teilnahme an der Deutschen
Schachmeisterschaft qualifizierte sich unser Vereinsmitglied Mistereck,
ehemaliger Niedersachsenmeister, für das Entscheidungsturnier
in Wiesbaden. Hier scheiterte er knapp mit einem hervorragenden 2.
Platz hinter dem Sieger Pleutgen, aber immer noch vor so starken
Spielern wie Althoff und Schlensker (Schachrundbrief des HSV vom Juni
1947).
Auch an den Hessischen Mannschaftsmeisterschaften wurde teilgenommen.
Man spielte in der Nordgruppe mit den Vereinen Kassel/Bettenhausen,
Fulda, Limburg, Wetzlar und Melsungen zusammen. Die Hersfelder Farben
wurden u.a. von Mistereck, Karl Lidums, Hehlgans, Most, Remdt, Knevels,
Staniekm, Sauer, Grimm und Dr. Auel vertreten.
Der Verein erreichte seine erste Blütezeit. Man spielte mit
drei Mannschaften. Das Vereinslokal war in den Jahren 1947 und 1948 das
Gasthaus zur Sonne.
Zurück zur
Übersicht
Jubiläumsturnier mit
Großmeister Bogoljubow
Anläßlich des
10jährigen Vereinsjubiläums fand vom 19. bis 25. Juli
1947 in Heringen ein gemischtes nationales Meisterturnier statt,
welches durch die Teilnahme von Großmeister Bogoljubow seine
besondere Bedeutung erhielt
Bogol, wie ihn seine Freunde nannten, spielte 1929 und 1934 zweimal
gegen Dr. Aljechin um die Schachweltmeisterschaft und war mehrfacher
Meister von Deutschland.
Weiterhin nahmen an dem Jubiläumsturnier teil:
DEr internationale Schachmeister Brinckmann (Kiel), der zur damaligen
Zeit überragende Jugendmeister Niephaus (Bad Nauheim), der
deutsche Fernschachmeister Nonnenmacher (Kassel), der Vorsitzende des
Hessischen Schachverbandes Linnmann (Wiesbaden) und die sechs
einheimischen Spieler Lidums, Most, Mistereck, Hehlgans, Remdt und
Staniek.
In der Festschrift des Deutschen Schachbundes
anläßlich des 100-jährigen Bestehens von
1977 wurde das Turnier in Heringen als Markstein der schachlichen
Neuordnung und des Wiederaufbaus nach dem Kriege erwähnt
(Seite 93).
Willy Most berichtet in seiner Schachecke über eine
Kampfpartie aus diesem Turnier zwischen unserem Mitglied und Bogoljubow.
Im Schachrundbrief des Hessischen Schachverbandes wurde das Turnier mit
folgendem Artikel gewürdigt:
"Vom 19.7. bis 25.7. fand in
Heringen/Werra das vom Hersfelder Schachklub veranstaltete
Jubiläums-Turnier statt, das vor allem durch die Teilnahme von
Großmeister Bogoljubow (Triberg), Meister Brinckmann (Kiel)
sowie Niephaus (Bad Nauheim) seine Besondere Bedeutung erhielt.
Außer den 6 besten Hersfelder Spielern nahmen noch Linnmann
(Wiesbaden) und Nonnenmacher (Kassel) teil.
Überraschenderweise fiel der Turniersieg an Niephaus, der in
der 1. Runde Bogoljubow und in der 3. Runde Brinckmann durch seine
Blockadepartien besiegen konnte und alle 10 Partien gewann. Zweiter
Preisträger mit 8 Punkten wurde Bogoljubow, der in seiner
Partie gegen Brinckmann in Gewinnstellung einen Turm einstellte. Den 3.
bis 4. Preis gewannen gemeinsam Brinckmann und Nonnenmacher. Die
Hersfelder Spieler kämpften wacker und verbissen und machten
den Meistern das Siegen schwer. Hier ist vor allem Most zu nennen, der
ein beachtliches Können zeigte und in Zukunft sicher noch
weiter kommen wird. Er ist auch der eigentliche Organisator des
Turniers, das auf das beste vorbereitet war und allen Teilnehmern in
angenehmer Erinnerung bleiben wird. Den Schönheitspreis
erhielt Nonnenmacher für seine Partie gegen den
früheren Niedersachsenmeister Mistereck.
Der Endstand des Turniers war folgender: 1. Niephaus 10 P.; 2.
Bogoljubow 8 P.; 3.-4. Brinckmann und Nonnenmacher 7,5 P.; 5. Linnmann
6 P.; 6. Lidums 4,5 P.; 7. Most 3 P.; 8. Staniek 2,5 P.; 9.-11. Remdt,
Hehlgans und Mistereck 2 P."
Zurück zur
Übersicht
Gründung von Spielgruppen im Jahre 1947
im Kreis Hersfeld
In dieser Zeit bildeten sich zahlreiche
Schachspielgruppen, die sich wegen der Lizenzschwierigkeiten dem
Schachklub Bad Hersfeld anschlossen, um sich zu einem späteren
Zeitpunkt selbständig zu machen. Von diesen Spielgruppen
existiert heute noch dder selbständigen Schachvereine in
Schenklengesfeld. Der SC Heringen führte seinen Spielbetrieb
bis ins Jahr 2002 fort.
Es bestanden die folgenden 6 Spielgruppen:
- Niederaula unter Gruppenleiter Beilicke
- Heringen unter Gruppenleiter Stahl
- Schenklengsfeld unter Gruppenleiter Hermann
- Lengers unter Gruppenleiter Wenk
- Sorga einschließlich Friedewald unter
Gruppenleiter Kaiser
Zurück zur
Übersicht
Willi Most wird neuer Vorsitzender des Schachklub
Bad Hersfeld
In einer außerordentlichen
Vorstandssitzung und anschließenden Mitgliederversammlung
wurde Willi Most zum neuen Vorsitzenden gewählt.
Günther Sauer, der sein Amt aus privaten und beruflichen
Gründen zur Verfügung stellte, wurde auf Grund seiner
Verdienste um den Verein zum Ehrenvorsitzenden gewählt
(Schachrundbrief des HSV 11/1947). Most, der auch zur Gründung
der Spielgruppen anregte, leitete die Geschicke des Vereins bis 1951.
Er organisierte auch das Jubiläumsturnier 1947. Er
mußte sich jedoch 1952 aus beruflichen Gründen vom
aktiven Sport zurückziehen. Er blieb jedoch dem
königlichen Spiel treu, als eifriger Sammler von
Schachliteratur, Kupfer-, Stahl- und Holzstichen mit Schachmotiven und
von wertvollen Holz- und Elfenbein-Schachfiguren.
Zurück zur
Übersicht
Krise und Aufschwung Anfang der 50er Jahre
Das neue Vereinslokal und nunmehr die
Marktschänke Möhle, wo der Schachklub bis 1951 sein
Domizil hat. 1952 muß das Vereinslokal wieder gewechselt
werden. Der Verein findet ein neues Zuhause im Parkhotel "Haus
Deutschland" im Kurpark bis zum Jahre 1955.
Im Jahre 1950 wurde die Jugendgruppe des Schachklub Bad Hersfeld
gegründet, um den Jugendlichen noch mehr Aktivitäten
zu bieten. Initiator war der Schachfreund Karl Knevels.
In den Jahren 1951, 1952 und 1953 hatte der Schachklub Bad Hersfeld ein
Tief zu überwinden. Dies wurde erst 1953 durch das in Hersfeld
stattfindende Endspiel um den "goldenen Springer" und Hersfeld
Spitzenspieler Dr. Kolscher überwunden. Dr. Kolscher
qualifizierte sich im Unterverband auch für die Teilnahme an
den hessischen Einzelmeisterschaften.
Aber noch im Juli 1953 mußte Freundschaftsspiele, die von der
BSG-Lokomotive Erfurt und der Sportgemeinschaft Traktor Herbsleben
vorgeschlagen wurden, von den Hersfeldern abgesagt werden, da diese
keine Mannschaft stellen konnten.
Jedoch am 16. August 1953 stand Bad Hersfeld in der Endrunde um den
Salzschlirfer Pokal im Deutschen Haus in Bad Salzschlirf. 1953 fand
wieder ein Turnier um den Vereinsmeister statt, das mit 13 Teilnehmern
besetzt war. Sieger wurde der Postoberamtmann Lindemann, der auch von
1952 bis 1959 den Vorsitz des Schachklub Bad Hersfeld inne hatte. Die
Krise war überwunden.
Zurück zur
Übersicht
Aufstieg in den späten 50ern.
In den Jahren 1956 - 1959 findet der Schachklub
Bad Hersfeld unter dem Vorsitz von Siegfried Lindemann zur gewohnten
Spielstärke zurück. Der Klub hat wieder 18
Mitglieder. 1956 wurde auch ein neues Lokal Spielstätte des
Vereins, das Hotel "Zum wilden Wässerchen", in dem der
Schachklub bis zum Jahre 1970 zu Hause war. Die Schachspieler waren
auch deshalb dort gern gesehen, weil der Seniorchef Philipp Hartmann
selbst Schachspieler war und dem Verein als Mitglied
angehörte. Durch die weitere positive Mitgliederentwicklung
mußten sich die Schachspieler 1970 nach einem neuen Lokal
umsehen, da im "Wilden Wässerchen" kein seperater Spielraum
zur Verfügung stand. Zu dieser Zeit hatte der Verein 35
Mitglieder.
1958 wurde der Schachklub Bad Hersfeld erstmals Unterverbansmeister des
Unterverbandes II und spielte Anfang 1959 um die Hessische
Schachmeisterschaft gegen Kassel 1876 und Gießen 1858,
mußte jedoch jeweils klare Niederlagen hinnehmen.
1959 wurde der Schachklub Bad Hersfeld erneut Unterverbandsmeister und
scheiterte Anfang 1960 bei den Spielen auf Landesebene wieder klar
gegen die Meister des Unterverbandes I Kassel 1876 und des
Unterverbandes III Gießen 1858.
Der zweite große Sportliche Erfolg geling durch den
erstmaligen Gewinn des Salzschlirfer Pokals. Die Hersfelder konnten
gegen Rotenburg mit 6 : 2 gewinnen. Die Siegermannschaft spielte in
folgender Aufstellung: Laschek, Bruckhardt, Faust, Grimm, Zehner,
Hehlgans, Frank und Lanske.
Im September 1957 richtet der Schachklub Bad Hersfeld die 1. Runde um
den "Goldenen Springer" im Saale Sander in Bad Hersfeld aus. An diesem
Turnier beteiligten sich 40 Schachspieler aus Osthessen. Die weiteren
Rundenkonnten dann wegen der geringen Teilnehmerzahl wieder im "Wilden
Wässerchen" ausgetragen werden.
Die zunehmende Spielstärke der Mannschaft wurde wesentlich
durch den 1957 zu Hersfeld gekommenden Spitzenspieler Gerald Laschek
beeinflußt. Laschek wurde auf Grund seiner
Spielstärke im September 1958 zum Turnierleiter des
Unterverbandes gewählt. Dieses Amt hatte er bis 1971 inne.
1959 vollzieht siche ein Wechsel des 1. Vorsitzenden. Es beginnt die
Ära Laschek, der dem Schachklub Bad Hersfeld bis 1975
vorsteht. Er führt den Verein zu wesentlichen Erfolgen,
insbesondere zum Aufstieg in die Landesklasse Nordost, wo Hersfeld 1975
Meister wurde, zum Gewinn des Salzschlirfer Pokals, das Wella Pokals,
und des Pokals der Stadt Bad Hersfeld.
Zurück zur
Übersicht
Erfolge in den 60ern
Während der 50er Jahre verfügten
nur wenige schachmitglieder über Pkw's, so daß fast
alle Auswärtsfarten per Bahn erfolgten. Erst in den 60er
Jahren wurden eigene Pkw's der Mitglieder benutzt. Die meisten
Mitglieder verzichteten, wie auch heute noch, zur Stärkung der
finanziellen Basis des Vereins auf die Erstattung von Benzingeld. Das
Mitglied Rosenblath fuhr anfangs sogar mit seinem Motorrad zu
Wettkämpfen und nahm auf dem Sozius noch einen Schachfreund
mit. Jedoch mit dem wachsenden "Wirtschaftswunder" nahm auch die Zahl
der Pkw's bei den Mitgliedern zu und die Anfahrten wurden bequemer.
Der jetzige 1. Vorsitzende Gerald Laschek, der mehrfach an dem
Meisterturnier A um die Hessische Meisterschaft teilnahm, gibt dem
Verein durch seine Spielstärke neue Impulse.
Durch den Gewinn des Salzschlirfer Pokals dreimal hintereinander in den
Jahren 1961, 1962 und 1963 erringen die Hersfelder den 1936 gestifteten
Pokal, der allerdings in den Jahren 1940-1950 nicht ausgespielt wurde,
endgültig. Der Pokal trägt folgende Gewinner:
| Jahr |
Gewinner |
| 1937 |
Schachverein Alsfeld |
| 1938 |
Schachvereinigung Fulda |
| 1939 |
Schachvereinigung Fulda |
| 1951 |
Schachverein Alsfeld |
| 1952 |
Schachverein Ilbeshausen |
| 1953 |
Schachverein Alsfeld |
| 1954 |
Schachvereinigung Lauterbach |
| 1955 |
Schachverein Schlitz |
| 1956 |
Schachvereinigung Lauterbach |
| 1958 |
Schachklub Rotenburg |
| 1959 |
Schachklub Bad Hersfeld |
| 1960 |
Schachvereinigun Lauterbach |
| 1961 |
Schachklub Bad Hersfeld |
| 1962 |
Schachklub Bad Hersfeld |
| 1963 |
Schachklub Bad Hersfeld |
Als Ersatz für den Salzschlirfer Pokal
wird ab 1964 um den Wellapokal im Unterverband gespielt, den der
Schachklub Bad Hersfeld erstmals 1965 gegen Hünfeld gewinnen
konnte. Weitere Siege folgten 1967, 1969, 1970 und 1972, wodurch der
Pokal durch fünfmaligen Gewinn in den Besitz des Schachklub
Bad Hersfeld überging.
Aus Anlaß des 25jährigen Jubiläums spielte
der Internationale Meister Dr. Heinz Lehmann, Berlin, am 23.6.1962 in
Bad Hersfeld gegen 25 Spieler aus dem Unterverband Osthessen simultan.
Er gewann 23 Partien und verlor nur gegen Blank, Rotenburg und
remisierte gegen Opel, Lauterbach. Außerdem findet zum
Jubiläum ein Freundschaftswettkampf gegen die
Würzburger Schachfreunde statt.
Gerald Laschek gewinnt in den Jahren 1964 und 1965 je einmal den
Einzelpokalwettkampf um den "Goldenen Springer" der im KO-System
ausgetragen wird. Er steht zweimal im Endspiel auf Landesebene und kann
auch zweimal den Wettkampf für sich entscheiden.
Die Spielstärke des Vereins hatte sich insbesondere durch das
ständige Turnierspiel verbessert, an dem im Durchschnitt 20
Schachfreunde teilnahmen. Die Mitgliederzahl hatte sich Anfang der 60er
Jahre nochmals erhöht und beträgt jetzt 40
Schachfreunde, wovon 10 Jugendliche sind.
Aus Anlaß des 30jährigen Bestehens findet in
Hersfeld ein Mannschaftsblitzturnier mit Vierermannschaften des
Unterverbandes Osthessen statt.
Für die Spielsaison 1968 wurde die Landesklasse Nordost neu
ins Leben gerufen. Auf Grund dieser Neueinteilung sind künftig
für den Aufstieg in die Landesklasse keine Aufstiegsspiele
mehr erforderlich. Die Sieger des jeweiligen Unterverbandes steigen
direkt auf. Dieser neuen Klasse gehörten zum Zeitpunkt der
Einteilung Kassel 1876, Eschwege, Korbach, Zuse Bad Hersfeld,
Schachklub Bad Hersfeld und ein weiterer Aufsteiger an. Der Schachklub
erreichte in dieser Klasse jeweils achtbare Plätze. Die zweite
Mannschaft spielt in all diesen Jahren im oberen Drittel der Tabelle
des Unterverbandes Osthessen mit.
Zurück zur
Übersicht
Weiterer Aufschwung in den 70ern
An einem Ereignis der besonderen Art konnten die
Schachspieler des Unterverbandes II teilnehmen, als man mit einem Bus
zur Schacholympiade nach Siegen fuhr. Dort fand u. a. gerade ein
Wettkampf der beiden giganten Spassky und Fischer statt, den Spassky
gewann.
Nach einem Kurzgastspiel im Lokal "Burgschänke" wurde 1971 die
"Lullusquelle" unter dem Pächter Liese das Vereinslokal. Aber
bereits 1972 wechselte der Verein in das "Grabenstübchen"
unter der Inhaberin Berta Scheffer, wo der Verein immerhin bis zur
Aufgabe der Gaststätte wegen Altersgründen der
Inhaberin bis zum Jahre 1980 verblieb.
Das ständige Turnierspielen im Verein, verbunden mit
Theorieabenden, bringt Früchte. So konnte 1972
endgültig der Wella-Pokal gewonnen werden. Im
Anschluß daran hat die Stadt Bad Hersfeld zur Ausspielung des
Mannschaftspokales im Unterverband Osthessen den Bad Hersfelder Pokal
gestiftet. Ab 1973 wurde im Unterverband um den "Hersfelder Pokal"
gespielt, der auf Grund der konstanten Leistungen wiederum von dem Bad
Hersfelder Schachklub endgültig gewonnen werden konnte und
zwar durch Siege in den Jahren 1974, 1975, 1976 und 1977.
Der Jugendmeister des Schachklub Bad Hersfeld, Manfred Rubke, konnte
1974 einen stolzen Erfolg aufweisen, als er beim Kampf um den
Hessischen Jugendpokal bis ins Endspiel kam und dort erst dem Sieger
Moutang in Gelnhausen unterlag.
Den größten Erfolg in seiner bisherigen
Schachgeschichte feierte der Schachklub Bad Hersfeld im Jahre 1975, als
er Mannschaftsmeister der Staffel Landesklasse Nordost wurde und damit
berechtigt war, um den Aufstieg in die Oberliga zu spielen. Den
Aufstieg schafften die Hersfelder jedonch nicht. Sie scheiterten bei
den Aufstiegsspielen knapp an Marburg durch eine 5,5 : 2,5 Niederlage
und ein 4 : 4 Unentschieden.
Abschlußtabelle der Landesklasse Nordost 1975:
| |
Mannschaft |
MP |
BP |
| 1. |
Schachklub Bad
Hersfeld |
14 |
39,5 |
| 2. |
Schachklub Eschwege |
10 |
32,5 |
| 3. |
Schachfreunde Korbach |
9 |
30,5 |
| 4. |
Schachklub Fulda |
8 |
31,5 |
| 5. |
Schachverein Anderssen Arolsen |
6 |
27 |
| 6. |
Schachverein Hünfeld |
4 |
20 |
| 7. |
FSV Hohenkirchen |
3 |
24 |
| 8. |
Betriebssportgruppe Bebra |
2 |
19 |
Die kontinuierliche Jugendarbeit, die insbesondere
durch den 1. Vorsitzenden Gerald Laschek gefördert wurde,
zeigte Erfolge. Die Jugendmannschaft des Schachklub Bad Hersfeld wird
1975 Jugendmeister des Unterverbandes Osthessen.
Somit schloß die Ära Laschek, der sich aus
persönlichen Gründen dem Schachverein Heringen
zuwandte, um dort Aufbauarbeit zu leisten, sowohl bei den Senioren als
auch bei der Jugend mit Meisterschaftserfolgen ab.
Die Jugendmannschaft des Vereins konnte 1976
erneut Jugendmannschaftsmeister des Unterverbandes Osthessen werden und
die 1. Mannschaft gewann endgültig den Bad Hersfelder Pokal
durch einen Sieg im Endspiel über Hünfeld mit 6:2.
Die Hersfelder spielten in folgender Aufstellung: Bleitner, Wolfgang
Rubke, Kuhn, Manfred Rubke, Taubenkropp, Jungkunz, Richter, Mistereck.
Zurück zur
Übersicht
Das Jubiläumsjahr 1977
Unterverbandskongreß in Bad Hersfeld
Aus Anlass des 40jährigen
Jubiläums fand am 16.01.1977 der Unterverbandskongress mit den
ersten Pokalrunden in Bad Hersfeld statt. Die Wettkämpfe
wurden in der Gastwirtschaft Schück am Eichhof
durchgeführt. Der 1. Vorsitzende des Hessischen
Schachverbandes, Dr. von Freyberg, war nach Bad Hersfeld gekommen, um
verdiente Mitglieder des Hersfelder Vereins, die auf Verbandsebene
Funktionen wahrgenommen haben, zu ehren. Es erhielten die silberne
Ehrennadel HansRichard Friedrich und Hans-Dieter Frank für
ihre Tätigkeiten als Unterverbandskassierer. Die bronzene
Ehrennadel erhielt Günther Sauer für seine Verdienste
um den Schachklub Bad Hersfeld, die Treuenadel des Hessischen
Schachverbandes für langjährige ununterbrochene
Mitgliedschaft Wolfgang Rubke.
Fahrt des Schachklub nach Berlin
Eine Woche nach Ostern vom 15.04. - 17.04.1977
fuhr eine Gruppe von 45 Schachspielern mit Angehörigen per Bus
nach Berlin. Dort fand gegen Berlin Kreuzberg ein
Freundschaftswettkampf statt. Obwohl die Berliner in ihrer Mannschaft 5
Bundesligaspieler eingesetzt hatten, endete die Begegnung 10:10
unentschieden. Allerdings waren die Hersfelder durch Spieler des
Unterverbandes Osthessen verstärkt. Es war jedoch auch eine
Reise mit Hindernissen. Ein geplatzter Reifen am Bus, ein vergessener
Pass bei dem Grenzübertritt zur DDR und ein Kreislaufkollaps
eines Spielers sorgten für Verzögerungen. Aber Berlin
war trotzdem "eine Reise wert". Eine Stadtrundfahrt in Berlin, ein
Stadtbummel, Besichtigung von Sehenswürdigkeiten und ein Abend
in einem Alt-Berliner Bier-Salon in Kreuzberg rundeten den Ausflug nach
Berlin angenehm ab.
Bad Hersfeld wird Unterverbandsblitzmeister
Im Jubiläumsjahr konnten die Hersfelder
die Blitz-Mannschaftsmeisterschaft mit Vierer-Mannschaften gewinnen.
Der Bad Hersfelder Pokal konnte 1977 endgültig gewonnen
werden. Obwohl die Hersfelder den Pokal im Vorjahr schon gewonnen
hatten, wurde er von dem Unterverband durch ein Versehen noch einmal
ausgeschrieben, da zu dieser Zeit noch kein anderer Pokal zur
Verfügung stand. Hersfeld konnte ihn jedoch auch dieses Mal
gewinnen, so dass er jetzt viermal hintereinander gewonnen war.
Fahrt des Schachklub nach Hamburg
Die Fahrt nach Hamburg wurde mit
Angehörigen durchgeführt. Am Pfingstsonntag standen
bei herrlichem Wetter eine Fahrt auf der Außenalster sowie
eine Hafenrundfahrt auf dem Programm. Einem Besuch des
Künstlerviertels Poseldorf folgte ein Bummel über die
Reeperbahn. Frühaufsteher trafen sich morgens zu einem Besuch
des Fischmarktes und am Abend begeisterte die Teilnehmer ein Blick aus
dem 140 Meter hohen Restaurant im Fernsehturm auf das
nächtliche Hamburg.
Die Rückreise wurde in der Lüneburger Heide noch
einmal kurz unterbrochen.
Bad Hersfeld wird 1976 Vizemeister der Landesklasse nach 1876 Kassel
und vor Eschwege und Fulda.
40jähriges Jubiläum des
Schachklub Bad Hersfeld Jubiäumsturnier in der
"Glimmesmühle"
In den Jahren 1976 und 1977 wurde der Verein von
dem Vorsitzenden Hans-Dieter Frank geleitet, in dessen Amtszeit als
herausragendes Ereignis das 40jährige Jubiläum des
Vereins im Jahre 1977 fiel.
Dank der Initiative des Schachfreundes Bleitner und des 1. Vorsitzenden
gelang es, am 17.06. und 19.06.1977 in der Glimmesmühle in Bad
Hersfeld ein 3-Rundenturnier zu veranstalten, an dem neben dem
Schachklub Bad Hersfeld noch die drei Bundesligamannschaften SC
Bamberg, als amtierender Deutscher Meister, allerdings ohne Lothar
Schmid und Dr. Helmut Pfleger, der SC Kreuzberg Berlin, ohne
Großmeister Pachmann und die Hamburger Schachgesellschaft
teilnahmen.
Am Ende des Turniers waren die drei Bundesligamannschaften punktgleich.
Der Deutsche Meister Bamberg gewann nur nach Brettpunkten den Pokal vor
Kreuzberg und Hamburg. Ohne seine Großmeister angetreten,
(Schmid, Pfleger, Kestler) hatte der Meister allerdings zu
kämpfen. In der 1. Runde am Freitag lief noch alles nach
Wunsch. Die Bamberger besiegten die Hamburger mit 7:1.
Im zweiten Spiel standen sich das neu formierte Hersfelder Team mit
Kuhn, Schlag, Bomert, Rubke, M., Rubke, W., Bleitner, Jungkunz,
Rüger und Berlin Kreuzberg gegenüber. Die Hersfelder
schlugen sich hier ganz hervorragend und unterlagen nur knapp mit
4,5:3,5. Es gewann Schlag an Brett 2 gegen den 2. der Berliner
Meisterschaft Zschäbisch und Bleitner an Brett 6 gegen den
ehemaligen Berliner Pokalmeister Schulze. Drei Remispartien erzielten
Kuhn an Brett 1 gegen den diesjährigen Pokalsieger Federau,
Bomert an Brett 3 gegen Sprotte und Stadtmeister Jungkunz gegen Sowada.
Am Samstag wurde die zweite Runde vormittags ausgetragen mit den
Begegnungen Kreuzberg - Bamberg und Hersfeld - Hamburg. Die Kreuzberger
spielten sehr stark und konnten die Bamberger mit 4,5:3,5 Punkten durch
die überlegenen letzten 4 Bretter bezwingen.
Die Hersfelder verloren ihr zweites Spiel gegen Hamburg 6,5:1,5. Dabei
präsentierte sich aber Schlag in hervorragender Form. Er
gewann gegen Hallier in einer Angriffspartie. Rubke, W. erzielte ein
Remis gegen Boog.
Am Sonntagvormittag wurde die 3. Runde ausgetragen mit Kreuzberg gegen
Hamburg und Bad Hersfeld gegen Bamberg. Aus dem für Kreuzberg
schon fast sicher geglaubten Turniersieg wurde jedoch nichts, da die
Berliner vielleicht etwas überraschend gegen Hamburg mit
4,5:3,5 unterlagen und die Bamberger gegen Hersfeld mit 6,5:1,5
gewannen. Auf Grund des besseren Brettpunktverhältnisses
wurden die Bamberger Pokalsieger.
Besonders hervorzuheben ist das Remis von Schlag gegen Teufel. Schlag
holte aus 3 Partien 2,5 Punkte und blieb ebenso wie Jungkunz, der
dreimal Remis spielte, als einziger Hersfelder Spieler ungeschlagen.
Schlag konnte den von Karlis Lidums gestifteten Pokal für den
besten Hersfelder Spieler entgegennehmen.
Im Rahmenprogramm fand noch ein Vergleic hskampf zwischen einer zweiten
Berliner Mannschaft und der zweiten Hersfelder Mannschaft statt.
Außerdem wurde am Sonntag ein Blitzturnier
durchgeführt, das von Feustel vor Bartsch und Niedermeier
gewonnen wurde.
Die Veranstaltung wurde durch die Bereitstellung von Pokalen durch die
Stadt Bad Hersfeld, die Sparkasse Bad Hersfeld und die Brauerei Bad
Hersfeld unterstützt.
Die Veranstaltung klang mit einem gemütlichen Beisammensein im
Vereinslokal Grabenstübchen aus.
Zurück zur
Übersicht
Die späten 70er
1978/1979 Bad Hersfeld wird erneut Meister der
Landesklasse Nordost
In den Jahren 1978, 1979 und 1980 wurde der Schach
klub Bad Hersfeld von dem 1. Vorsitzenden Richard Mistereck geleitet In
seine Amtszeit fielen so bedeutende Ereignisse wie die erneute
Erringung der Meisterschaft der Landesklasse Nordost im Jahre 1979.
Aber die Aufstiegsspiele im Mai 1979 gegen den SV Gießen und
Turm Tern konnten nicht erfolgreich beendet werden, so dass den
Hersfeldern der Aufstieg in die Oberliga erneut versperrt blieb.
1980 wurde Bad Hersfeld wieder Blitzmeister des Unterverbandes in der
Besetzung W. Rubke, Schlag, M. Rubke, Richter, vor Bebra und Rotenburg.
Präsentation des Schachklub Bad Hersfeld
in der Fußgängerzone
In Zusammenarbeit mit dem Einzelhandelsverband und
der Kurverwaltung Bad Hersfeld, die die Großfiguren zur
Verfügung stellte, veranstaltete der Schachklub Bad Hersfeld
auf dem Rathausplatz in der Fußgängerzone einen
Schachtag für "Jedermann". Es konnte geblitzt und mit den
Großfeldfiguren gespielt werden, wobei sich die
Schachmitglieder auch der Bevölkerung als Spielpartner zur
Verfügung stellten.
Im Oktober 1978 besuchte der Schachklub Caissa Berlin Bad Hersfeld zu
einem Freundschaftswettkampf. Die Berliner kommen immer gerne nach Bad
Hersfeld, da unser Ort zum Grenzübergang nahe gelegen ist.
Auch im Jahre 1978 gewann der Schachklub Bad Hersfeld die Meisterschaft
der Landesklasse Nordost. Er scheitert jedoch diesmal bei den
Aufstiegsspielen zur Schachoberliga an dem Schachklub Limburg.
Zurück zur
Übersicht
Anschluss an die SG Hessen Hersfeld
Suche nach neuem Vereinslokal
Im Jahre 1980 zeichnete sich schon ab, dass die
Inhaberin des Vereinslokals "Zum Grabenstübchen" aus
Gesundheits- und Altersgründen die Gaststätte
aufgeben wird. Aus diesem Grunde bemühte sich der Vorstand des
Schachklub Bad Hersfeld um neue Vereinsräume.
Es wurde Kontakt mit der Stadt Bad Hersfeld, verschiedenen
Bürgerhausverwaltungen (Kalkobes, Asbach, Sorga) und mit
verschiedenen Gaststätten aufgenommen. Auch mit den beiden
Hersfelder Großvereinen, dem Turnverein Bad Hersfeld und der
SG Hessen Bad Hersfeld, wurden Verhandlungen wegen eines Anschlusses an
den jeweiligen Verein geführt.
Der Verein erhielt auch hier die Unterstützung der Stadt Bad
Hersfeld, die unter gewissen zeitlichen Beschränkungen das
Bürgerhaus in Kalkobes, Sorga oder auch die Räume der
damaligen Altenbegegnungsstätte am Markt, zur Nutzung anbot.
Die Gespräche zwischen den Vorständen des Schachklub
Bad Hersfeld und der Sportgemeinde SG Hessen Hersfeld führten
schließlich zu einem positiven Ergebnis, und der Schachklub
entschloss sich, als Schachabteilung der Sportgemeinde Hessen Bad
Hersfeld beizutreten.
1981 Gründung der Schachabteilung bei
der SG Hessen Bad Hersfeld
1981 wurde Hans-Dieter Frank wieder zum 1.
Vorsitzenden des Schachklub Bad Hersfeld gewählt, der auch
gleichzeitig Abteilungsleiter der neu gegründeten
Schachabteilung wird. Diese beiden Ämter übte er in
Personalunion aus, bis zur formellen Fusion zwischen dem Schachklub Bad
Hersfeld und der Schachabteilung der SG Hessen Hersfeld zum 31.12.1983.
Die Sportgemeinde Hessen Hersfeld hatte jedoch den Schachfreunden
bereits ab 01.01.1981 den Jugendraum im Sportlerheim an der Oberau als
Vereinsraum zur Verfügung gestellt.
In der Hauptversammlung des Schachklub Bad Hersfeld vom 06.02.1981
wurden die Weichen für einen Anschluss des Schachklub Bad
Hersfeld an die Sportgemeinde Hessen Hersfeld gestellt. Nachdem in der
Hauptversammlung der SG Hessen Bad Hersfeld am 06.03.1981 die
Voraussetzungen für die Gründung einer Abteilung
Schach geschaffen worden waren, haben die Mitglieder des bisherigen
Schachklub Bad Hersfeld zum 01.07.1981 die Schachabteilung
gegründet. Nachdem die Schachabteilung und der Schachklub dann
mit Wirkung zum 31.12.1983 fusioniert hatten, wurde die Schachtradition
in Bad Hersfeld jetzt von der Schachabteilung der SG Hessen Bad
Hersfeld fortgesetzt.
Der Hessische Schachverband, unter dem jetzigen 1. Vorsitzenden
Zöfel, hat die Fusion dadurch erleichtert, dass die
Mannschaften der Schachabteilung in den gleichen Spielklassen
weiterspielen konnten, wie der Vorgängerverein, der Schachklub
Bad Hersfeld.
Zurück zur
Übersicht
Durchwachsene 80er
1981 - Hersfeld wird wieder
Unterverbandsblitzmeister und Sieger in der Landesklasse
In der Besetzung Schlag, Rubke, W., Rubke, M. und
Richter wurden die Hersfelder wieder Blitzmannschaftsmeister des
Unterverbandes Osthessen. Auch die Meisterschaft in der Landesklasse
Nordost konnte wieder einmal errungen werden. Aber wie schon so oft
scheiterten die Hersfelder wieder in den Aufstiegsspielen zur Oberliga,
diesmal an Gießen. Die Hersfelderwarten alle darauf, dass der
Knoten einmal platzt und auch diese Hürde genommen werden
kann. Dass die Hersfelder die entsprechende Spielstärke im
Grunde besitzen, zeigt die Tatsache, dass die diesjährige
Meisterschaft vor Bad Wildungen und 1876 Kassel gewonnen werden konnte,
wobei die Kasseler ja schon mehrfach in der Oberliga spielten.
Der Tabellenstand 1981:
| |
Mannschaft |
MP |
| 1. |
Schachklub Bad
Hersfeld |
12: 2 |
| 2. |
Bad Wildungen |
11: 3 |
| 3. |
1876 Kassel I. |
10: 4 |
| 4. |
Fulda I. |
8: 6 |
| 5. |
Bebra |
8: 6 |
| 6. |
Rotenburg |
4: 10 |
| 7. |
Kassel 1876 III. |
2: 12 |
| 8. |
Fulda II. |
0: 12 |
1982 - Schachabteilung weiter
äußerst aktiv
Die Schachabteilung fühlt sich in den
neuen Räumen recht wohl, die Mitgliederzahl beträgt
jetzt 40 und der Verein kann erstmals neben den Jugendmannschaften mit
3 Seniorenmannschaften spielen.
Die Hersfelder nahmen mit zwei Mannschaften an einem
Mehrstädtewettkampf in Schwabmünchen teil und hatten
eine Schachmannschaft aus Düsseldorf zu Gast in Bad Hersfeld.
Erstmals in der Vereinsgeschichte nahmen die Schachfreunde mit einem
Festwagen an dem Lullusfestzug in 1982 teil und beteiligten sich auch
1985 mit einer Fußgruppe an dem Umzug.
1983 - Bad Hersfeld wurde Gewinner des
Viererpokals im Unterverband
In diesem Jahr wurde erstmals der "Viererpokal" im
Unterverband Osthessen ausgetragen. Nachdem die Hersfelder Alsfeld mit
3,5:0,5 ausgeschaltet hatten, trafen sie im Endspiel auf Fulda, das 2:2
endete. Nach der Berliner Wertung behielten jedoch die Hersfelder mit
6,5:3,5 die Oberhand und wurden Pokalsieger.
Ab 1983 wird ein neuer Mannschaftspokal, der Unterverbandspokal
ausgespielt, der von dem Unterverband Osthessen zur Verfügung
gestellt wurde. Gewinner dieses Pokals war 1983 der Schachklub Fulda.
1984 - Auf und ab bei der Schachabteilung
1984 brachte ein Jahr mit Höhen und
Tiefen für die Schachabteilung. So mußte die 1.
Mannschaft aus der Landesklasse absteigen, schaffte jedoch durch einen
Sieg bei den Unterverbandsmeisterschaften sofort den Wiederaufstieg.
Die Unterverbandsmeisterschaft wurde mit 14:0 Punkten gewonnen vor
Bebra mit 10:4 Punkten und Hünfeld mit 8:6 Punkten.
1984 - Schachfreunde aus Schwabmünchen
zu Gast in Bad Hersfeld
Am 06.07. und 08.07.1984 besuchte der Schachklub
Schwabmünchen mit Angehörigen die Hersfelder. Neben
einer Freundschaftsbegegnung zwischen den Bayern und den "Hessen" die
die Hersfelder 7:5 verloren, stand ein Festspielbesuch, eine
Zonengrenzfahrt, eine Stadtführung und ein gemeinsamer
Kegelabend auf dem Programm. Ein Einzelblitzturnier durfte zur
Auflockerung der Schachwettkämpfe natürlich auch
nicht fehlen.
Zurück zur
Übersicht
SG Hessen Bad Hersfeld besteht 75 Jahre
Teilnahme an einem europäischen
Städtefernturnier
Aus Anlass des Jubiläums des Hauptvereins
startete die Schachabteilung ein europäisches
Städtefernturnier, in dem sich die Hersfelder recht
erfolgreich behaupten konnten. An dem Turnier beteiligen sich 36
Städte aus 7 europäischen Ländern. Die
Züge werden arbeitstäglich telefonisch oder per
Fernschreiber übermittelt. Jeden Freitag wird die Fernpartie
analysiert. Da dieses Turnier jedoch sehr zeitaufwendig ist, stiegen
die Hersfelder Ende 1986 aus dem Wettkampf aus. In den zwei Jahren
wurden mit 3 holländischen Mannschaften Freundschaften
geknüpft und Erinnerungsgeschenke ausgetauscht. Es waren
Langedijk, Gravenzande und Sliedrecht.
Lothar Schmid spielt Simultan in Bad Hersfeld
Am 17.06.1985 gastierte Lothar Schmid, der
internationale Schachgroßmeister aus Bamberg und
WM-Schiedsrichter, zu einer Simultanveranstaltung im Hotel am Kurpark,
auf Einladung der Schachabteilung in Bad Hersfeld. In einer
repräsentativen Umgebung spielte er gegen 30 Schachfreunde aus
dem Unterverband Osthessen simultan, und zeigte am Demonstrationsbrett
in aufgelockerter, humorvoller Kommentierung, eine voller
Überraschung steckende Turnierpartie Lothar Schmid konnte 23
Partien gewinnen. Einen vollen Punkt trotzten ihm jedoch folgende
Spieler des Unterverbandes ab: Wolfgang Rubke und Thomas Kehres von
Hessen Hersfeld, während sich ein Remis erkämpften:
Walter Steinberg, Franz Schlag und Wolfgang Zeihe von Hessen Hersfeld,
H. J. Siebold von Heringen und A. Seng von Fulda. Neben den Spielern
des Schachunterverbandes nahmen auch nicht vereinsgebundene Spieler aus
dem Kreis Hersfeld an der Simultanveranstaltung teil. Die im Ballsaal
des Hotels am Kurpark stattfindende Veranstaltung wurde von vielen
Zuschauern verfolgt und war ein voller Erfolg. Neben dem Vorsitzenden
der SG Hessen Hersfeld, Heinz Pfaffenbach und dem
Schachabteilungsleiter Hans-Dieter Frank, wurde Lothar Schmid auch von
Bürgermeister Boehmer willkommen geheißen. Der
jüngste Teilnehmer bei der Veranstaltung war 15 Jahre alt und
der älteste 77 Jahre.
Zurück zur
Übersicht
Die Jugend tritt Abschluss der 80er in der
Vordergrund
1986 - Sieg und Niederlage für die
Schachabteilung
Dieses Jahr brachte wieder wechselnde Ergebnisse.
So musste die 1. Mannschaft, erneut aus der Landesklasse absteigen. Sie
konnte allerdings erstmals den Unterverbandspokal für 8er
Mannschaften gewinnen.
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit hat die Schachabteilung
wieder Schach für jedermann durch Schach-Informations und
Spielstände anlässlich des Kurparkfestes der Stadt
Bad Hersfeld und des Spielfestes der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg
am 17.8. 1986 angeboten. Das waren unter anderem auch Beiträge
anlässlich der 1250 Jahrfeier der Stadt Bad Hersfeld.
Die Einzelspieler waren, wie auch in den Vorjahren recht erfolgreich.
Eine Reihe von Spielern nahm jeweils an den Hessischen
Schachmeisterschaften teil und Hersfelder Spieler stellten wiederholt,
den Unterverbandsjugendmeister, den Unterverbandsmeister der Senioren,
den Gewinner des "Goldenen Bauern" auf Unterverbandsebene.
1987 - Die 1. Mannschaft schafft den
Wiederaufstieg in die Landesklasse
Zu Beginn des noch jungen Jubiläumsjahres
können wir die erfreuliche Tatsache vermerken, dass die
Hersfelder wiederum die Meisterschaft in der Unterverbandsklasse
Osthessen geschafft haben und damit wieder in die Landesklasse Nordost
aufsteigen. Man hat sich diesmal vorgenommen, dort etwas
länger zu verweilen und nicht wieder in der folgenden Saison
abzusteigen. Die Osthessenjugendmeisterschaften konnten zwei Hersfelder
im Januar bei der D-Jugend Darius-Christian Hamidzadeh, und bei der
A-Jugend Bernd Stein berg, gewinnen.
Mit diesen erfreulichen Tatsachen soll die Jubiläums-Chronik
hier ihren Abschluss finden. Es mag sein, dass die eine oder andere
Tatsache, die vielleicht auch erwähnenswert gewesen sei, im
Laufe der Jahre in den Hintergrund getreten oder gar in Vergessenheit
geraten ist. Die hiervon betroffenen Schachfreunde werden
dafür um Verständnis gebeten. Der Chronist bedankt
sich für die Unterstützung und Zuarbeitung bei der
Zusammenstellung dieser Schrift bei den beteiligten Schachfreunden.
Möge der Schachabteilung in der zweiten Hälfte des
Jahrhundertes des Bestehens eine ähnlich gute Entwicklung
beschieden sein, wie in den ersten 50 Jahren.
Zurück zur
Übersicht
|